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Hamburg nennt sich gerne Medienhauptstadt Deutschlands, was aber
allenfalls quantitativ gemeint sein kann, qualitativ ist zumindest in der
Radiolandschaft nicht viel los. Wer die Musik hören will, die in den
Clubs läuft, der muß schon nach der Stecknadel im Heuhaufen
suchen oder sich beispielsweise eine ASTRA-Empfangsanlage anschaffen, um
Sender aus anderen Städten zu empfangen.
In Deutschland gibt es im wesentlichen vier Arten von Radiostationen:
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Die staatlichen Radiosender, die zur ARD gehören. Während
fast alle Stationen, die der ARD angehören, Musiksendungen
mit Clubmusik im Programm haben (so hat z.B. der WDR die Sendungen
Treibhaus und Raum
& Zeit, der Hessische Rundfunk hat die bereits legendäre
Clubnight und mdr Sputnik hat die
Club Zone),
leisten sich die in Norddeutschland ansässigen Sender Norddeutsche Rundfunk
und Radio Bremen zwar mehr als zehn Programme, schaffen es aber nicht mehr als eineinhalb
Stunden pro Woche anzubieten, die zu allem Überfluß noch bestens
versteckt sind. Radio Bremen hat immerhin bis Mitte 1998 noch die
legendäre Sendung Dancefloor im Programm
gehabt, mit dem Streichen ist Radio Bremen aber endlich völlig frei von jeder
Spezialsendung. Und Jobst Plog, der Intendant des NDR, läßt dann noch
in einem Leserbrief an das Hamburger Abendblatt vom 16.04.97 verlauten,
"daß der NDR in allen Bereichen der Musikkultur Maßstäbe setzt" - als
Beispiel führt er das NDR Sinfonieorchester, die Radio-Philharmonie Hannover
und die NDR Bigband an... Scheinbar ist Clubmusik also kein Bereich
der Musikkultur - zumindest wenn man den NDR fragt.
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Neben den staatlichen gibt es in und um Hamburg die privaten Radiostationen
wie Radio Hamburg, Delta Radio, Radio Schleswig Holstein,
ffn, Alsterradio, magic fm und und und. Während
der NDR ja immerhin durchschnittlich 90 Minuten pro Woche House
und HipHop anbietet, kommen alle privaten Stationen zusammen auf gerade
mal 0 (null) Minuten Sendezeit für Clubmusik. Es wird den ganzen Tag
lang nur Chartprogramm gespielt, Mottos der Sender sind etwa "Die besten
Hits der 70'er, 80'er und 90'er" oder "Der beste RockPop von heute"...
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Zum Glück gibt es neben diesen beiden kommerziell orientierten Varianten
zwei weitere Senderformen: Zum einen werden seit Mitte der 80'er bundesweit
die Offenen Kanäle eingeführt, die wie die staatlichen
Sender von Rundfunkgebühren finanziert werden. Mit diesen Sendern
sollen die Einwohner des Sendegebietes die Möglichkeit erhalten, ihr
Recht auf freie Meinungsäußerung auch durch Funk und Fernsehen
nutzen zu können. Es geht also nicht darum, daß möglichst
viele Hörer zuhören, sondern einzig und allein darum, daß
jeder der etwas verbreiten will dies tun kann. Folglich gibt es in den
Offenen Kanälen Sendungen zu den verschiedensten Themen - einige Leute
lesen aus der Bibel vor, andere geben Tips für Totalverweigerer und
noch andere machen Musiksendungen. Im Offenen Kanal Hamburg haben
sich einige Sendungen etabliert, die House, HipHop, Drum'n'Bass oder Techno
spielen.
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Zum anderen gibt es mit FSK, dem Freien Senderkombinat,
auch ein nichtkommerzielles Lokalradio, daß sich bis vor kurzem
eine Frequenz mit dem Deutschlandradio Berlin teilen mußte,
seit Mitte 1997 aber fast die gesamte Frequenz (nur der Sonntag fehlt noch)
für sich hat. Beim FSK gibt es u.a. auch Musiksendungen, die sehr
unterschiedlich sind und meist von Hamburger DJs und Sound Systems moderiert
werden.
Gäbe es nicht den Offenen Kanal, das FSK sowie die Sendungen
von BFBS und Radio Bremen 4 (und für eine Minderheit die über ASTRA
empfangbaren), so könnte man sich das Geld für ein Radiogerät
sparen. Man kann inzwischen aber doch sehr viele gute Sendungen empfangen.
Auf dieser Web-site habe ich versucht, sämtliche interessante Radiosendungen
aufzulisten und kurz zu beschreiben. Änderungen und Ergänzungen bitte
per mail an Marcus Maack senden.
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